Reisen

Donnerstag, 19.07.2007 Karmøy

Bootshaus im Vikingarden

Bootshaus im Vikingarden auf Karmøy

Nach dem Frühstück sind wir aufgebrochen um uns die Insel Karmøy anzusehen. Wir sind dazu über die Karmesundbrücke gefahren. Diese sieht gar nicht so steil aus wie sie dann doch ist. Man hat auf der engen Fahrbahn das Gefühl es geht wie bei einer Achterbahn den ersten Anstieg hinauf und auf der Kuppe kommt dann die böse Überraschung. Natürlich kommt keine Überraschung aber es geht danach halt genauso steil wieder bergab.

Kurz nach dem Erreichen der Brück kommt schon der Ort Avaldsnes. An diesem Ort hatten die Norwegischen Könige lange Zeit ihren Königssitz. Im ortsansässigem historischen Museum wird die Geschichte von Avaldsnes und den Königen angefangen von dem Bluthöhenhäuptling der Bronzezeit (vor ungefähr 3200 Jahren) über den Kriegerfürsten vom Flaggenhügel im 3. Jahrhundert und König Augvald um 600 n.Chr. bis hin zu Harald Hårfare (Harald „Schönhaar“) der um 870 Norwegen zu einem Reich vereinte und Olav Tryggvason der das Christentum in Norwegen einführte.

Neben dem Museum der Norwegischen Geschichte steht die Olavskirche. Sie wurde von Håkon Håkonsson (1250) erbaut und dem heiligen Olav geweiht. An der Kirche steht oder vielmehr neigt sich ein langer Stein (Bautastein) . Dieser Stein wird "Jungfrau Marias Nähnadel" genannt. Es heißt weiter: Wenn der Stein die Kirche berühren wird ist der Tag des jüngsten Gericht gekommen. Aus diesem Grund haben die Pfarrer bereit ein Stück des Steins abgeschlagen, um den Weltuntergang noch etwas hinauszuzögern. Derzeit ist noch etwa 9 cm Platz.

Weiter unten gibt es noch einen Weg den wir unwissender Weise zuerst gegangen waren und dachten es sei ein kleiner Wanderweg. Als wir dann aber ein Langhaus erblickten konnten wir uns erinnern, dass hier ein Wikingerdorf nachgebaut worden war. Jedes Jahr im Juni wird dort auch ein Wikingerfest abgehalten. Dort kann man dann für ein paar Tage leben und feiern wie es die Wikinger bereit getan haben. Normaler Weise sind die Häuser zur Besichtigung geöffnet. Wir waren nur zu früh vor Ort.

Weiter geht es die Straße an der Ostküste Karmøys entlang über Kopervik nach Skudeneshavn. Dort gibt es eine nette kleines Ortszentrum und einen Fährhafen für die Fähre nach Stavanger. Wir sind dann weiter an der Westküste entlang nach Sandve an einen Badestrand gefahren. Der menschenleere Sandstrand beherbergte 7 !! Beachvolleyballfelder. Und diese waren nicht mit der schlechten Anlage am Brachelener See zu vergleichen. Kurz nach diesem Strand haben wir noch einen Strand besucht. Dieser war einer von mehreren in einer Reihe und diese hatten eine große sehr niedrige und ruhige Bucht welche zu Baden einlud. Bei der derzeitigen Wassertemperatur war ein Baden allerdings nicht drin. Ich schätze mal 13°C.

Danach haben wir es geschafft, ohne es zu merken den Weg wieder Richtung Ostküste einzuschlagen. Auf jeden Fall haben wir Åkrehamn nicht erreicht und sind wieder über die RV 511 gen Norden gefahren. In Avaldsnes sind wir nun nach Visnes abgebogen um uns dort den Kupferabbau anzusehen. Von dort kam das Kupfer welches für die New Yorker Freiheitstatue verwendet wurde. Ganz stolz ist an der Anlegestelle auch ein Miniaturausgabe der "Statue of Liberty" zu betrachten. Diese ist allerdings nicht aus Kupfer!

Zuletzt wollten wir dann noch die Gesteinsformation "Die fünft törichten Jungfrauen" sehen. Als Anfahrtsbeschreibung hielt der Autor unseres Reiseführers "Am Fuße der Karmesund-Brücke" für ausreichend. Erstens ist am Fuße dann doch etwas weitläufiger, zumal wenn dies Areal nicht so einfach zu erreichen ist. Und dann gibt es zwei Seiten auf denen es den Fuß geben kann. Wir haben dann auf der Inselseite von links und von rechts versucht an den Fuß zu kommen. An der rechten Seite kann man tatsächlich bis fast an das Wasser, aber keine Steine zu sehen. Auf der andren Seite in Norheim ist es auch nicht wirklich möglich bis an den Karmesund zu kommen. Allerdings heißt eine Straße, wenn man genau aufpasst, "jomfruvegen". Diese sind wir dann zu Fuß entlang, da eine Durchfahrt mit dem Auto nicht möglich war. Und siehe da. Genau unter der Brücke ein Hinweisschild mit dem Touri-Zeichen und der Bezeichnung "Fornminne". Man hatte bereits in der Broschüre gesehen, dass auf dem Bild ziemlich schlecht Häuser hinaus retuschiert wurden, aber der Anblick war in Wirklichkeit noch enttäuschender. Fünf 2-2,5m hohe Steine neben den Brückenpfeilern und zwischen den Häusern der Anwohner. Völlig überflüssig dorthin zu fahren!!!! Das ist völlig ernst gemein!

Dennoch sind wir trotz dieses Dämpfers mit schönen Eindrücken zum Abendessen daheim gewesen. Zudem war es ein Erfolgserlebnis, die Steine trotz unpräziser Angaben gefunden zu haben.

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